In der Stadt fühlt Bär sich sauwohl

Mehr Tiere, mehr Probleme, mehr Schäden: Zunehmende Verstädterung der Waschbären

Der Edersee gilt gewissermaßen als die Keimzelle der Waschbären in Deutschland. Die starke Ausbreitung und Vermehrung der Tiere führt aber längst nicht nur in Häusern und Gärten der Edersee-Anliegergemeinden, sondern auch im weiteren Umland zu erheblichen Problemen und Schäden.

Sauwohl fühlen sich die genauso anpassungsfähigen wie cleveren Vierbeiner auch in Wohngebieten, selbst in größeren Städten. Eine Begebenheit, die der Stadt Kassel bereits den Titel der „Europäischen Waschbären-Hauptstadt“ eingebracht hat. Waschbären sind Allesfresser. Auf der Suche nach Nahrung streunen sie durch Gartenbeete oder durchwühlen Mülltonnen. Häuslich richten sie sich mit Vorliebe auf Dachböden ein. Und wo sie erst einmal sind, da sind sie kaum wieder zu verjagen. So vereinnahmten Waschbären in Jesberg (Schwalm-Eder) ein Wohnhaus immer wieder aufs Neue- auch nachdem dort in einem Jahr 43 Tiere gefangen worden waren.

Mit der Verstädterung der Waschbären beschäftigt sich seit 1992 Dr. Ulf Hohmann mit Unterstützung der Gesellschaft für Wildökologie und Naturschutz (GWN). Ihre Forschungsergebnisse zeigen, dass in menschlichen Wohnsiedlungen oft zehnfach höhere Populationsdichten der Tiere erreicht werden als in Waldgebieten. Die Stadt bietet den Kleinbären gute Lebensbedingungen. Den Menschen bereitet dies allerdings zunehmend Probleme.

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